Geschichte des Schlosses Hainewalde

Hainewalder Vorgeschichte

Das Gründungsdatum des Ortes Hainewalde liegt im Dunkeln, doch gab es bereits 1326 eine Kirche, deren Priester als Zeuge in einer Urkunde genannt wird.

Zunächst mit Zittau und dem Umland im Besitz der böhmischen Adelsfamilie von Leipa werden in den 60er Jahren des 14. Jahrhunderts die von Kyaw und von Warnsdorf genannt. Wo und wann in dieser Zeit ein Herrensitz oder Gutshof angelegt wurde, ist unbekannt.

Örtlich und in der Gestalt greifbar wird der Herrensitz erst durch den Neubau eines Wasserschlosses durch Dr. Ulrich von Nostitz, der das Gut 1546 erworben hatte. Es wurde als Vierseit-Anlage um einen Hof im Stil der Renaissance errichtet. Eine Darstellung aus dem 18. Jahrhundert zeigt zur Mandau hin eine Serie von Glockengiebeln. Das noch vorhandene Torhaus enthält im Obergeschoß einen größeren Saal, der der Herrschaft wohl als Repräsentationsraum („Thronsaal“) diente, nach dem Abriß der übrigen Gebäudeteile 1780 noch als Gerichtssaal des Patrimonialgerichts.

Torhaus und Brücke gegenüber entstanden Wirtschaftsgebäude. So 1574 auch die erste Landbrauerei im Einzugsbereich Zittaus.

1622 geht das Gut an Christoph von Gersdorf über.

Das Schloss

  • Im Besitze der Familien von Kanitz und von Kyaw wird im 18. Jh. mit der Anlage eines Barockparks mit mehreren Terrassen begonnen. Es entstehen eine Reihe von Orangerie-Gebäuden.
  • Oberhalb dieser Anlage entsteht unter Samuel Friedrich von Kanitz ab 1749-55 das neue Schloß.
  • Seinen vollständigen Ausbau findet der Bau wohl erst unter dem Amtshauptman Ernst August Rudolph von Kyaw nach 1778. Dieser legt auch die „englische Partie“ des Parks an.
  • 1927 Verkauf des Gutes meistbietend an die Gemeinde Großschönau. In mehreren Nebengebäuden werden Miet-Wohnungen eingebaut. Abriß von nicht mehr benötigten Wirtschaftsbauten wie der Brauerei und der Orangerien.
  • 1933 April bis September: „Schutzhaftlager“ im Schloß. Danach bis 1945 zeitweise Vorbereitung von Mädchen auf ihr „Pflichtjahr“, Wehrertüchtigungs-Lager.
  • 1945 Unterbringung von Flüchtlingen. Als Wohnraum genutzt bis 1977.
  • Leerstand bis 1996 die Gemeinde an einen Investor verkauft. Dieser führt den geplanten Ausbau aber nicht zu Ende.
  • Gründung des Schloßvereins 2001 nach der Rückübertragung an die Gemeinde Großschönau
  • 2009 Sicherung des bedrohten Ostflügels